Glamping in Portugal

Endlose Sandstrände, schroffe Felsküsten und authentisches Essen. Portugal steht für all das. Und dennoch: Portugal kann noch viel mehr! Auch das Landesinnere Portugals ist eine Reise wert und für Individualreisende besonders zu empfehlen. Wer schon immer einmal Glampen wollte, kommt hier zweifelsohne auf seine Kosten!

Glamping, eine Kombination aus den Wörtern „glamourös“ und „Camping“ ist heutzutage in aller Munde. Immer mehr Menschen wollen die trendige Art zu campen ausprobieren. So auch ich. Daher habe ich mir über Airbnb eine Unterkunft inmitten des Landesinneren der Südwestküste von Portugal ausgesucht. Glamping fernab des Trubels, in den unendlichen Weiten. Wie das war?

Der Weg ist abenteuerlich. In meinem kleinen Fiat 500 Mietauto wage ich die Anfahrt über steinige Straßen. Es staubt und ich komme nur langsam voran. Um mich herum zeigt sich das südwestliche Portugal von seiner rauen Seite. Hügelig, wild und unberührt. Das ist so ganz anders als alles, was ich bisher kennenlernen durfte. Und dennoch: Es erdet mich und ich freue mich mit jedem zurückgelegten Kilometer mehr auf meinen bevorstehenden dreitägigen Urlaub in Azula.

Azula? Das steht für die Heimat zweier Familien, die sich ein ganz besonderes Projekt überlegt haben. Inmitten der portugiesischen Berge haben sie eine Vision entwickelt. Gemeinsam leben. Nachhaltig leben. Mit ihren Kindern. Ihren Hunden. Mit Touristen wie mir, die neugierig sind und einmal etwas völlig Anderes erleben wollen.

Nachhaltigkeit hat einen hohen Stellenwert für Anna, Pnina und ihre beiden Familien. Das merke auch ich sofort, als ich in Azula ankomme. Dort befinden sich nämlich nicht nur zahlreiche Korkeichen. Auch die Gewächshäuser am Eingang des kleinen „Dorfes“ wecken sofort mein Interesse. Frisches Gemüse, wohin das Auge sehen kann. Daneben ein liebevoll angelegter Permakultur-Garten mit frischen Salaten. Probieren ist ausdrücklich erwünscht, erklärt mir Anna. Anna und ihr Mann, denen Azula gehört, legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Hierfür zählt für sie nicht nur, dass ihr Land selbst kultiviert wird. Auch die Glamping-Zelte sind mit selbstgebauten Möbeln versehen, die Toilettenhäuschen voll ökologisch. Hier wird wirklich an alles gedacht!

Nachdem mich Anna und Pnina liebevoll willkommen geheißen haben, wird mir mein Zelt gezeigt. Ich habe mich für das Lotus-Zelt entschieden. Ein geräumiges Zelt, welches ähnlich wie eine Lotusblüte aussieht und inmitten unzähliger alter Bäume steht. Es ist wunderschön hier!

Das Zelt selbst ist äußerst geräumig. Ich staune, als ich das erste Mal einen Blick in die spitzförmig auslaufende Kugel werfe. Dort stehen ein Bett mit richtiger Matratze, selbstgebaute Bücherregale und Ablagen. Vor dem Zelt befindet sich eine Terrasse mit Stühlen und einem kleinen eigenen Garten mit Gießkanne. Daneben das Schild „Please water me!“.

Ich bin gerührt. So ein schönes Refugium der Erholung hätte ich nicht erwartet. Dass Annas und Pninas ganzes Herzblut in dieses Projekt geflossen ist, spürt man einfach. Das gesamte Dorf ist liebevoll gestaltet und meine erste Nacht war hervorragend. Diese endlose Ruhe. Nur das Zirpen der Zikaden um mich herum. Der Sternenhimmel über mir. Ich fühle mich wie im Paradies.

Schnell frischgemacht in der Outdoor-Dusche mit warmem Wasser geht es für mich einen fünfminütigen Spaziergang hinunter ins Dorf, wo schon das Frühstück vorbereitet wird. Und wie das duftet.

Ich laufe durch die liebevoll gestalteten Gärten mit Weidezäunen und den leckersten Köstlichkeiten. Immer geradeaus. Bis ich eine Gemeinschaftsküche und einen toll gestalteten Outdoor-Frühstücksbereich entdecke. Man sitzt hier an Gemeinschaftstischen. Selbstgebaut versteht sich. Außer mir sind noch weitere Pärchen vor Ort. Menschen mit und ohne Kinder. Aus der ganzen Welt. Die Stimmung ist gut. Man grüßt sich und kommt schnell ins Gespräch. Kurze Zeit später steht auch schon mein Frühstück auf dem Tisch. Selbstgebackenes Brot. Frische Eier von glücklichen Hühnern. Bio Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Es schmeckt fantastisch! Danach noch ein wenig selbstgemachter Porridge, eine Art Haferbrei, mit gerösteten Nüssen, Zimt, frischem Obst und Sesam. Was für ein schönes Frühstück!

Wer möchte kann im Anschluss noch an einem der vor Ort angebotenen Workshops, z.B. zum Thema Permakultur, teilnehmen oder eine Yoga-Stunde einlegen. Ich entscheide mich für Yoga. Auf einem Hügel. In the middle auf nowhere. Der Blick wandert ins Weite, auf unzählige Korkeichen, als ich mich am Ende mit einem „Namasté“ vor meiner Trainerin verbeuge.

Portugal fernab des Massentourismus entdecken, nachhaltig leben und tolle Menschen kennenlernen, kann man hier zweifelsohne. Und so verlasse ich Anna und Pnina nach den viel zu kurzen drei Tagen nur ungern. Danke für dieses unvergessliche Erlebnis! Ich komme definitiv wieder.

Anna und Pninas Glamping kann direkt über Airbnb gebucht werden:

https://www.airbnb.de/rooms/25336590?source_impression_id=p3_1687875340_0Htfu8Wh659ymTaN&check_in=2023-07-06&guests=1&adults=1&check_out=2023-07-08

Ich empfehle einen Mietwagen, da die Unterkunft sonst nur schlecht erreichbar ist.

Hinterlasse einen Kommentar